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Diary Mai 2009

Diary-Übersicht | 2008: September


28.05.09

Zarate-Interview – die ganze Wahrheit über die stummen Mariachis!

Am 20.05.2009 erschien das aktuelle Interview „Das Ziel der Argentinier muss Alaska heissen!“ exklusiv in der Mittelbayerischen Zeitung. Leider konnte dort aus platztechnischen Gründen nicht das gesamte Interview mit der Supergrupo Zarate veröffentlicht werden.

Für die geschätzte RamirezArtist-Leserschaft erscheint hier als besonderer Service das Gesamtinterview von Zarate mit Magdalena Fröhlich (Muchas Gracias, Senora!) mit dem Hinweis, dass Antonios Knöchel inzwischen als wieder geheilt anzusehen ist!

Die Regel des Interviews wurde vom lustigen Wollknäuelwerfen bestimmt. Wer fängt spricht. Eine alte Mariachiweisheit...

Zunächst eine kleine Vorstellungsrunde.

Magdalena: Also wer ist Zarate außerhalb der Bühne?? was macht ihr wenn ihr keine Musik macht und in welchen Bands seid ihr eigentlich alle?

Ramirez fängt den Wollknäuel: Hola, que tal?! Ich bin Ramirez, Sänger, Tanzartist und Kleinpercussionist bei Zarate, wenn ich nicht bei Zarate bin, bin ich mit dem Panoptico Acustico Curioso unterwegs. Ein kleiner aber feiner Wanderzirkus bestehend aus Zarate und Meister Eckarts Kuriositätenkabinett. Wir sind musikalisches Zirkuskabarett und eine sensationelle europäische Side-Show mit Fakir-und Comedyelementen.

Josè Maria kriegt den Wollknäuel an den Kopf, beschwert sich.
Mein Großcousin mütterlicherseits ist auch der Enkel der Tante meines ehemaligen Nachbarn in Zarate/ARG. Er heißt Mauro und stammt aus der Zirkusfamilie der Los Ciccarellis. Er belatschert mich schon seit mehreren Monaten, dass er auch rüber kommen will nach Alemania. Er ist wirklich sensationell, weil er eine Kunstform beherrscht, die in Lateinamerika wohl einzigartig ist. Er hat spirituelle, musikalische Konzentrations- sowie rhythmische Lautübungen entwickelt. Eine Mixtur aus Maria Chi, Maria Gong und Maria Birnbaum. Das ist abgefahren, Magdalena! Du musst ihn erleben. Ich weiche seinetwegen manchmal als Begleitmusiker auf Kellner, ein Singer Songwriter-Projekt aus.

Antonio will den Knäuel als nächstes fangen, kann den Knäuel aber nicht fest halten, lässt ihn fallen, bückt sich, stürzt dabei total unglücklich vom Stuhl und knickt sich den Knöchel um. Er jammert lauthals. Dio Mio! Ayy. Dissä Smärtzä, Magdalena, bitte bringä mir ääääh...einen kalten Wickel!

(und als Magdalena mit dem Wickel und den Eiswürfeln zurück ist...)
Ichä habä manana (Morgen!) einä wichtigä Tärmin auf dä Golfplatz in ää, wie heißt äss, ääh, Sinsing.

Magdalena: Sinzing?

Antonio: Siii! Sin tzing. Ichä habä äinä nuevo Collection von ää Golf-Cloggs heraus gebracht.
Muy sportivo y muy exklusivo!

Miguel nimmt ihm kurzerhand den Wollknäuel weg, um ihn zu unterbrechen.
Um eines klar zu stellen: Antonio macht keinen Sport! Er wird seit Jahren
von der argentinischen Rindermafia verfolgt. Er lenkt nur ab. Ich kümmere mich bei Zarate und beim Panoptico Acustico Curioso um die Special Effects und auch um die melancholische Note. Una atmosfera fantastico.

Magdalena: Was ist eigentlich mit den Rindern passiert, die ihr zurücklassen musstet?

Ramirez: Josè Maria hat seitdem den Tierschutz am Hals, weil er seinen Lieblingsesel immer so lauthals beschimpft hat. In Europa ist das eben anders. Zwei der Rinder hatten einen Chip implantiert, ein Trick der Rindermafia, damit sie immer wussten, wo sich die Zarate Hermanos unterwegs befinden. Einem aufmerksamen Zollbeamten ist das aber Gott sei Dank am Hafen in San Salvador aufgefallen. Zwei weitere Rinder wollten nicht aufs Schiff.

Magdalena: Der große Tröster Tequila – lieber braun oder weiß? Mit welchem Trinkspruch wird er serviert?

Miguel: Eigentlich trinken wir am liebsten Mezcal oder selbst gebrannten Pisco von Josè Marias Großonkel, Fernando Ruiz Cardoso, der bei uns zuhause in Zarate/ARG auch Fuego (Feuer) Fernando genannt wird. Wir kippen ihn weg mit einem "hasta la proxima tiempo!" (bis zum nächsten Mal). Ich hau am liebsten ein "Enchufe" (= Stecker für Steckdose) raus, weil es mir nach dem Genuss meistens die Haare aufstellt und Josè Maria mag "Salut", Mauro trinkt nur Heilwasser. Antonio sagt "Baillar!" (Tanze!) Keine Ahnung, warum.

Magdalena: Klar, dass euch bei der Herkunft Temperament in die Wiege gelegt wurde – aber mal ehrlich: Ist euch bei eurer Bühnenshow auch schon mal was passiert, das zum Beispiel der Stuhl (so wie etwa letzten Sommer im Open-Air-Kino) umgekippt ist, auf den ihr gerade gesprungen seid?

Antonio: ichää kannä sowas ää nicht von mir ä bäähauptän. Käänst Du, Magdalääna mäinä Bass-Solo bei unsärä Song "Terremoto"? Ichä brauchä da immär standfästä.

Magdalena: Standfestigkeit?

Antonio: Siiii! Standfästigkeit. Dassä där richtigä Wort ä für ä Zarate!

Magdalena: Naturgewalten lassen sich nur dann beschreiben, wenn man dabei war. Vielleicht habt ihr trotzdem eine kleine Geschichte - für alle jene, die Euch noch nicht live erlebt haben - von einem Auftritt parat, der besonders spektakulär war?

Ramirez: wenn wir Terremoto (Titelsong der neuen EP) spielen, übertragen sich oft unglaubliche Energien in den Saal, in dem wir auftreten. Ich muss dann meistens runter von der Bühne, um die Tische fest zu halten, weil alles total bebt. Wir wurden schon einmal von einem Wirt fest gehalten. Er wollte, dass wir nach der Show den Boden von den Getränken reinigen sollten, die umgekippt waren. Wir haben dann einen Vergleich gemacht und ein paar Cervezas zu uns genommen, so dass sein Umsatz besser war. Das hat dann alles wieder in Ordnung gebracht. Gott sei Dank. Der Mann war wirklich sehr unanagenehm.

Magdalena: Was ist bei Zarate als bayerisch-lateinamerikanische Zirkuskapelle anders als bei einem „normalen“ Auftritt?

Ramirez: Beim Panoptico sind wir gerade dabei ein neues Programm zu entwickeln. Wir spielen und agieren mehr und gehen ab und an auch von der Bühne ab. Wir können dann immer zur Toilette oder zwischendurch einen Happen essen. Hier in Deutschland mögen wir sehr gerne diese Käsekrainer. Manchmal treten wir auch in Locations auf, wo es Musik auf der Toilette gibt. Dann halten wir uns dort noch lieber auf. Miguel hätte beinahe schon einmal seinen Aufgang versäumt, weil "Vamos a la playa" kam und er sich so freute, weil er das Lied schon so lange nicht mehr gehört hatte.

Magdalena: Was bedeutet für euch buen sentido – guter Geschmack?

Ramirez: Wir sind zuvorkommend, mögen Tapas, Weißbier und unseren Humor. Wir lieben verrückte Straßenperformances, dort kann man seinen wahren Wert messen. Guter Geschmack ist auch, wenn wir unserem Publikum Komplimente machen. Verzeihung: wir müssen Komplimente machen, denn wir haben unbestritten das beste und geschmackvollste Publikum.

Magdalena: Was hat el destino wohl als nächstes mit den Zaratisten vor?

Miguel: Wir werden weiterhin Botschafter des guten Geschmacks sein, ob als unplugged- oder Rock Show und wir werden weiterhin an ungewöhnlichen Orten auftreten und noch viele Straßenfestivals spielen. Ein Kleinkunstpreis wäre nicht schlecht aber auch ein Auftritt bei den Iceland Airwaves wäre toll. Island oder Alaska muss unser Ziel sein!

Magdalena: und was ihr sonst noch los werden wollt:

Bleibt alle gesund, feuert unseren Freund Tiger Woods an, er ist wirklich sehr reich!! und kauft unsere CD bei Oblivion!

Und nicht vergessen!
Viva Zarate! Viva, Viva!


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