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Diary Oktober 2006

Diary-Übersicht | 2006: September


20.10.06

Unser geschätzter Zirkusdirektor Il Magistro Eckardo de Lago Lones

Nachdem die Lobhudelei auf unser "Unser kleines Label" (siehe Diary 14.10.06) bereits statt gefunden hat, darf selbstverständlich auch eine solche unseren Magistro betreffend nicht fehlen. RamirezArtist bedankt sich bei der Geislinger Zeitung, die ein schönes Porträt zum Magistro gezeichnet hat!

PORTRÄT: Eckart Taglinger ist Fakir, Gaukler, Zauberer, Zirkuspädagoge und Inhaber eines Kuriositätenkabinetts
von EVA BECK

LONSEE – Er redet schnell, in langen komplizierten Sätzen, mit ausgewählten Worten. Nebenher raucht er, kocht Kaffee, macht seine Zigarette aus, reißt die Tür zum Garten auf - "irgendwie heiß hier drin" - zündet sich die nächste Zigarette an, erzählt weiter, mit der tiefen, spürbaren Begeisterung eines Menschen, der genau das macht, wofür sein Herz schlägt.

Ein schwarzer Hut ist das Markenzeichen des knapp 35-jährigen Eckart Taglinger. Heute trägt er ihn nicht, sieht aber mit seinem auffallenden Spitz- und Backenbart und den hellblauen, durchdringenden Augen trotzdem ziemlich nach Magier und Fakir aus.

Die klassische Jahrmarktshow begeistert Taglinger, Sozialpädagoge, Zimmermann, Fakir, Zauberkünstler, Theater- und Zirkuspädagoge. In seinem Kuriositätenkabinett lässt der gebürtige Augsburger mit seiner Fakirkunst allerhand Merkwürdigkeiten, Magie und Klassikern wie Entfesselungen und Kristallkugelzaubern die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts wieder aufleben.

Dort schiebt er mit einem Speer an der Kehle einen Wagen über die Bühne, macht es sich auf Nagelkissen bequem, läuft über Scherben, bohrt sich einen Nagel durch die Nase, hält für zehn bis 15 Sekunden seinen Puls an und isst Glühbirnen (Taglinger: "Im Schnitt zwei im Monat, es waren aber auch schon neun am Tag"). Zwei Menschen in Deutschland gäbe es, die das könnten - einer davon sei er, berichtet er in aller Bescheidenheit. Auf Wunsch schneidet "der Meister" sich auch die Zungenspitze ab und setzt sie wieder an. "Aber das ist den meisten zu eklig", sagt Taglinger. Man hört ein kleines Bedauern in seiner Stimme.

Das Feuerspucken hat Eckart Taglinger aufgegeben. Zweimal hatte er das Öl, das er zum Spucken schlucken muss, eingeatmet. "Zwei Lungenentzündungen sind genug", findet er, "mein Röntgenkontingent für die nächsten 400 Jahre ist erschöpft."

Heute macht er "nur" noch Feuerschlucken und Körperfeuer, auch das ging schon daneben. "Da hab ich mal gebrannt", erzählt er beiläufig. "War aber nicht so schlimm. Ich hatte nur zwei offene Stellen auf der Brust". Das war ausgerechnet auf der Hochzeit eines Feuerwehrmannes mit einer Krankenschwester.

Indien ist ein großes Thema in Taglingers Leben. Seine Frau Sanguita, mit der er schon 18 Jahre zusammen ist und die er bei den Ulmer Pfadfindern kennen gelernt hat, ist in Indien geboren. Seine Reisen ins Land der Fakire waren voller Inspirationen. Gelernt hat er alles selbst: "Man muss halt darauf vertrauen, dass stimmt, was man sich angelesen hat." Die beiden Eckpfeiler seiner Arbeit heißen: Konzentration und Technik. Beides versucht der Meister in seinem Kinderzirkus und den Workshops weiterzugeben.

Den Sommer über war Taglinger auf Tour, 20 Wochen lang, kam nur zum Wäschewaschen nach Hause zu seiner Familie nach Lonsee. Am Ende ging er noch auf Tournee mit einem "Kinderfakir-Workshop", veranstaltet als Aufbaufortbildung für Theater- und Zirkuspädagogen.

Im Kinderzirkus, bei dem man Taglinger für Projekttage, Ferienprogramme, Veranstaltungen oder schon bestehende Zirkusprojekte einen oder mehrere Tage buchen kann, mache er im Grunde "Modernes Teamtraining mit schrägen Requisiten", sagt er.

Ihm gehe es darum, dass die Kinder sich auf eine Sache konzentrieren lernten, Selbst- und Fremdwahrnehmung erspürten, Selbstbewusstsein aufbauten - und um Suchtprävention. "Im Grunde mache ich dieselbe Arbeit wie als Sozialpädagoge - nur dass ich das Gefühl habe, meine Arbeit wird wertgeschätzt", sagt er.

Die schönsten Seifenblasen

"Im Kinderzirkus gibt es für jeden Sonderling eine Sparte", sagt Eckart Taglinger und erzählt von einem in der Motorik zurückgebliebenen, pummeligen Mädchen, das jedoch das ideale Tempo hatte, um die größten und schönsten Riesenseifenblasen auf die Bühne zu zaubern: "Vermutlich hat sie zum ersten Mal in ihrem Leben Applaus bekommen. Und Bestätigung."

Und wie geht Eckart Taglinger mit der Gefahr um, der er sich täglich aussetzt? "Meine Arbeit ist nicht gefährlicher als mein Sozialpädagogen- oder Zimmermannberuf", behauptet der Fakir, Zauberer und Gaukler. Als Zimmermann könne man vom Dach stürzen; als Pädagoge bestehe ein großes Risiko des psychischen Absturzes.

Seine achtjährige Tochter Pauline, erzählt Taglinger stolz, tritt manchmal mit ihm beim Scherbenhaufen auf, das erste Mal mit vier Jahren. "Aber nur, wenn sie will und wenn die Show gut läuft."

In ihrer Freizeit macht die Familie Taglinger "Geocaching", eine Art moderner Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Menschen auf der ganzen Welt verstecken irgendwo kleine Dosen mit einem Logbuch. Das Versteck wird dann in Form von Koordinaten im Internet beschrieben.

Einer der jüngsten Geocaching-Ausflüge führte die Taglingers in die Ulmer Kanalisation. "Dem zugänglichen, legalen Teil davon", beruhigt Eckart Taglinger schmunzelnd und erzählt gleich darauf begeistert von knietiefem Wasser, Ratten und Kakerlaken.

Aus: Geislinger Zeitung Südwest Aktiv


Is(s)t einzigartig und sensationell:
Il Magistro/Meister Eckarts Kurisositätenkabinett


14.10.06

Unser kleines Label - von und mit staunender Sprachlosigkeit

Unser Labelboss "Doc" Marten Don Pesos hat sich mit seinem Projekt Henry in die Antenne Bayern Soundgarage eingestellt, nicht ohne sich hinterher relevante und wichtige Gedanken dazu zu machen.

RamirezArtist stimmt der Meinung unseres Labeljefes voll zu, auch deswegen, da die Erklärungsansätze eindeutig belegen, warum Zarate es nie wirklich hoch hinaus haben schaffen können bei den Charts auf Antenne.

Kein Kommentar und auch kein Ranking durch die Redaktion sprechen Bände. All das kann man eigentlich nur als Sprachlosigkeit deuten und wenn man logisch weiter interpretiert wird man erkennen, dass Sprachlosigkeit etwas ist, was eng mit der Grupo Zarate verknüpft ist. (Tres Mariachis Mudos!!)

Ich zitiere hierzu Antonio (2004): "Ramirez, Du glaubst gar nicht, wie viel ich zu sagen hätte. Ich halte aber besser die Schnauze. Auch Frankie Boy Sinatra haben sie gekriegt..."

Oder Miguel Zarate (gleiches Jahr): "Wenn ich mich einmal entschieden habe was meine wahre Heimat wird, entweder hier das kalte Deutschland oder doch Argentina, dann werde ich wieder sprechen. Momentan bin ich noch viel zu hin und hergerissen deswegen. Ich halte Euch aber auf dem Laufenden. Nehmt vorerst dieses Zungensolo!"

Und José Maria? Am 24.09. letzten Jahres äußerte er dazu: "Mir is des ehrlich g'sagt wurscht! Hauptsache es ROCKT!"

Fragt man Magistro Eckardo zum Thema "sprachlos sein", dann kommt folgende Aussage: "In einem Wanderzirkus ist es egal, ob und welche Sprache die Mitarbeiter sprechen. Wichtig ist, dass sie arbeiten – im Falle eines Musikers natürlich noch wichtiger, dass sie sich den Arsch abrocken. Was wirklich zählt, ist, was am Ende nach der Vorstellung im Hut liegt, das ist die einzig wahre Sprache. Für den Fall, dass einer meiner Mitarbeiter nicht mitzieht, sprich die Abendkasse nicht stimmt, habe ich immer ein paar Spezialitäten in meinem Pfefferkorn desde 1959. José Maria weiß inzwischen ein Lied davon zu singen. Apropos Lieder - das müssen noch dringend mehr werden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Um nun den Bogen wieder zurück zu unserem kleinen Label zu spannen, möchte ich es nicht missen, die Sprachlosigkeit zu erklären, die einen wohl erfassen muss, sieht man sich das einzigartige Line-Up an Bands an, das Oblivion inzwischen vorweisen kann: Gothic, Pre-Emo-Sub-cult, Stampede, Gothic Punkrock oder Noisepop sind die Genres der MusikerInnen und KünstlerInnen, die hier eine Plattform gefunden haben. Hier wird definitiv kein Schubladendenken gefahren, nicht umsonst haben sich Zarate für Oblivion entschieden, da Vielfalt gepaart mit etwas Düsternis genau die richtigen Rahmenbedingungen für den Orkan oder später das Erdbeben (Terremoto) abgeben.

Labelchef Don Pesos: "Zarate - was soll ich sagen. Ich bin einfach sprachlos...", sagt es und macht kehrt, um die Jalousien des Oblivion-Büros herunter zu ziehen. "Zu viel Sonne ist schlecht für den Sound" meint er nur und setzt sich lächelnd an den PC, um einen Leserbrief an Antenne Bayern zu verfassen.

Bienvenido en Oblivion: RamirezArtist über das Label in eigener Sache – damit nichts in Vergessenheit gerät!


13.10.06

Freitag, der 13. - Mittel- und Südamerika im alternativen Blickpunkt

Mein geschätzter Kollege Armin Reich, der sich v.a. mit der politischen und sozialen Weltentwicklung beschäftigt, hat sich auch mit aktuellen Vorkommnissen in Lateinamerika auseinandergesetzt.

Wie noch in Ramirez’ Diary vom Januar (10.01.06) berichtet, dass Evo Morales zum neuen Präsidenten Boliviens gewählt worden ist, scheint es prompt (natürlich!!) in den politisch unruhigen Zonen Südamerikas Bestrebungen zu geben, den neuen Präsidenten wieder zu stürzen.

Das ist an sich nichts Besonderes für Bolivien, könnte jedoch das neue politische Selbstbewusstsein des südamerikanischen Kontinents wieder zurück werfen. Armin Reich hat dazu einen Artikel (aus Telepolis) bei sich gebloggt.

Aufgepasst: Achtung, der Amazonas trocknet aus! Wolfgang Pomrehn berichtet in Telepolis.

Ein weiter sehr interessanter Aufsatz aus "Utopie kreativ" zu neuen sozialen Bewegungen (wirklich äußerst interessant - gibt das Stimmungsbild gerade unter jungen Menschen in Argentinien gut wieder, wie ich meine) findet sich hier.

Muchas Gracias, Armin Reich für das Posten dieser interessanten Beiträge zu Südamerika, die eine alternative Sicht auf die Entwicklung des Kontinents ermöglichen!


06.10.06

Zarate bei Tonkultur

Die Künstlervermittlung Tonkultur aus Regensburg hat nun auch Zarate im Sortiment.
Wer sich in Zukunft die bayerisch-mexikanische Sensation Ramirez, seine drei stummen Hermanos oder auch das Panoptico Acustico Curioso musikalisch einladen möchte, fragt einfach hier an:

Ihr erreicht dort unseren Booker Senor Enrico!


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