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Diary September 2006

Diary-Übersicht | 2006: August


15.09.06

Ramirez’ kleines Tourtagebuch

Senoritas y Senores, es ist mir eine Ehre ein paar Sätze zu unserer Kurztournee fallen lassen zu dürfen. An den Beginn möchte ich dazu noch ein kleines Abstract aus Schlüsselwörtern stellen, das sich folgendermaßen liest:

A: Neu-Ulm, Strandgut-Festival: die Legende von sechs Songs
B: Laupheim: mit einem 59er Pfefferkorn in die Schwimmbadkneipe
C: Würzburg: Zarate verkaufen auf dem Sternplatz ihre Erstauflage Es el huracàn restlos aus

07.09.06
A. Strandgut

Wir fahren nach Nuevo-Ulm und hoffen auf gutes Wetter. Was wir bekommen, ist strahlender Sonnenschein. Gegen Abend ziehen ein paar Wolken auf, es soll an diesem Abend allerdings so gut wie trocken bleiben. Wir spielen einen guten bis sehr guten Gig, unsere Nummern passen sich langsam aber sicher an Il Magistros Kunststücke an.

Erstmals feiern wir auf der Bühne auch ein Santeria-Ritual. Der Meister selbst versetzt uns in einen trance-ähnlichen Zustand, zieht uns aus Ohren und allerlei anderer Körperöffnungen, wie Mund und Nase, wundervoll rote Lichter. Wir strahlen (rot/rojo), als uns das Publikum langsam aber sicher lauter klatschend aus der Ohnmacht zurück holt.

Gegen 21.45 Uhr kommt die Polizei. Wir spielen wacker weiter, Accapella machen wir uns an unsere musikalischen Leckerbissen. Mit Blumenkränzen geschmückt verlassen wir die Bühne und hinterlassen ein sympathisches, herzliches und v.a. Dingen staunendes Publikum.

Ein Reporter der Tagespresse hat unterdes nicht bemerkt, dass unser Meister und Zirkusdirektor ihn mit einem Zahlenzauber belegt hat. Der Bann lässt einen nicht mehr weiter als bis zur mystischen Zahl „sechs“ zählen. Die Kritik in der Ulmer Tagespresse liest sich demnach folgendermaßen...

Im Kuriositätenkabinett

Im Hause des Meisters angekommen, widmen sich die Zaratisten mit ausgewählten Fans und der Familie des Il Magistro Wurstspezialitäten eines leidenschaftlichen schwäbischen Metzgers.

Inzwischen dem Freistaat Bayern entkommen, befindet man sich also auf (überregionalen!!) baden-württembergischen Terrain. Aber was ist schon überregional für eine solch cosmopolitische Crowd, wie es das PAC eben sind.

Es folgt eine ausgiebige Mannöverkritik, die keiner mehr so recht kapieren will, da José Maria ausgiebig „Heid gibt's a Rehragout“ zum Besten gibt. Antonio und Miguel arbeiten am neuen Song „Vamos a Zarate“ weiter und merzen einen fiesen Halbton aus. Miguel Zarate wird hierbei und aufgrund seiner konstanten wertvollen Leistungen mit Bernd Schneider vom DFB-Team verglichen.

Ramirez selbst widmet sich einem Weißbier aus Günzburg. (A richtig gscheids Woiza!). Der Meister selbst genießt wie immer still und meditativ das Treiben in seinem Kuriositätenkabinett.

An dieser Stelle sei der Familie Meister Eckart herzlichst für die wunderbare Unterkunft und Verpflegung gedankt! Muchas Gracias!

08.09.06
B. Laupheim, Schwimmbadkneipe

Das PAC fährt von Lago Lones aus nach Laupheim bei Ulm. Da die Schwimmbadkneipe ca. 50 km entfernt ist, beschließt man des Meisters Pfefferkorn, Baujahr 1959 aus seinen unterirdischen Garagen zu holen und verpackt darin das gesamte Equipment der Band.

Die Schwimbadkneipe gehört nach drei Songs uns.

Ein Mann aus Argentinien im Publikum sei an dieser Stelle folgendermaßen zitiert: „Ich bin gekommen, weil es hiess, hier würden Mariachi spielen. Nach fünf Minuten wusste ich, das sind keine Mariachi! Diese Band ist besser! Und die Show dazu... Ich bin begeistert! Danke dafür!“

Ansonsten möchte ich hier gerne die treffende Schilderung von Il Magistro übernehmen, die sich folgendermaßen liest. Dies und noch mehr zur Historia des PAC lässt sich seit Kurzem auch unter www.myspace.com/wanderzirkus studieren!

„Kleiner, enger, näher dran! Soll heißen: wer sich hier nicht als gerockt betrachtet ist blind und taub! Sensationeller Gig in sensationeller Kneipe! (Demnächst auch online unter www.schwimmbadkneipe.de) Wo gibt’s schon ein Lagerfeuer, eine Strandbar mit Bodennebel, eine Open-Air-Bühne, einen schnuckeligen Innenhof, einen Tischkicker und einen künstlichen See auf weniger als einem Viertelquadratkilometer? Zarate und das Meisterlein taten ein Übriges, um den Abend für alle Anwesenden unvergesslich zu machen. Viva la Panoptico!“

Stimmen:
"Die beste Show, die je hier war!"
"Die müssen wiederkommen!"


Original 59er Pfefferkorn doppelt günstig: ideal als Transportmittel für Musikequipment und auch als Disziplinierungsmaßnahme gut zu gebrauchen - wer stinkt, zu laut singt oder zu viel labert, muss hinten mit fahren!

Im Kuriositätenkabinett

Lagebesprechung mit Gitta und Christine (Muchas Gracias!). Wir sehen uns ein Side Show DVD von Jim Rose's Circus an, das noch Jahre Spuren bei uns hinterlassen wird...

Nach 2,5 Stunden lassen wir dann auch endlich José aus dem Anhänger.

Zwischenfazit: Die Menscheit braucht mehr PAC oder umgekehrt, das PAC braucht dringend ein größere Öffentlichkeit. Das PAC ist schon jetzt die krasseste Freak Show in den beiden wohl konservativsten deutschen Bundesländern!

09.09.06/10.09.06
C: Würzburg, Straßenmusikfestival

Großartig! Que sensacion!!! Wir verkaufen 120 CD's und damit Es el huracán aus und versuchen uns in neuen spannungsgeladenen Showelementen. Es ist eine Illusion, so schnell noch einmal in anderen Städten Ramirez und seine drei Viehdiebe auf der Straße schlafend beobachten zu dürfen. Dieses Privileg genießt seit 2006 ausschließlich die Stadt Würzburg.

Ramirez möchte an dieser Stelle ein paar fotografische Eindrücke sprechen lassen. Die gesamte Fotoshow gibt es demnächst unter www.zaratemusic.com zu sehen. Muchas Gracias, Steffi Scherbel!

Fazit: Würzburg war herrlich, die Stadt, das Wetter, die Menschen. Der Crew des STRAMU sei aufs Herzlichste gedankt für Ihre Freundlichkeit und Ihre Unterstützung! Gerne kommen wir nächstes Jahr wieder!


Poquito Break!


Tres Mariachis on Sternplatz Würzburg/Alemania


Ramirez himself on Sternplatz Würzburg/Alemania


Power-Polka!


José Maria Zarate on Top!


01.09.06

Familia Gonzales – Ramirez Homestory Parte Numero Dos
(Fortsetzung, Teil 1 unter 01.08.06)

Im Keller stehe ich plötzlich in einer Pfütze. Der Gefrierschrank, denke ich.

Ich hab den Gefrierschrank nicht richtig zugemacht. Si. Und was passiert, wenn man den Gefrierschrank nicht richtig zumacht, Ramirez???? Na? Er taut ab. Claro. Ich taue dafür auf. "Dios mio", brülle ich verrückt vor Wut.

Loretta kommt. "Ramirez was ist los? Du weckst mir noch Julito auf! Und was ist überhaupt oben im Wohnzimmer los? Ruben lässt sich total voll laufen. Du bist ein schlechter Gastgeber!"

"Ein schlechter Gastgeber? Ich hab ihn doch gar nicht eingeladen! Außerdem: Regel Nummer 1: gebt Ruben niemals Schnaps. Regel Nummer 2: gebt Ruben niemals Geld, denn er kauft sich Schnaps dafür!"

Ich niese, weil ich immer noch im Eiswasser stehe. Dann klingelt, Verzeihung, iaht es an der Tür. Ich mache auf. Antonio.

"Hola, Antonio, was gibts?"

"Was ist mit Deinem Gesicht ?" antwortet er nur und steht auch schon im Wohnzimmer. "Ich hab mir gedacht, dass ich Dich heute mal spontan besuchen komme, Miguel ist im Urlaub und ich hab niemanden zum Quatschen".

Als er Ruben entdeckt fragt er mich, wer denn eigentlich Ruben sei.

Ich antworte: "Also das ist Ruben. Ein Fotograf aus Montevideo. Er macht hier grad..sagen wir mal..Urlaub".

"Hallo, Ruben, ich bin Antonio. Meine Freunde nennen mich Augusto."

"Hola, schön Dich kennen zu lernen", lallt Ruben. Antonio und Ruben verstehen sich auf Anhieb. Spätestens als Ruben ihm den Flachmann weiter gibt, ist das Eis gebrochen.

Apropos Eis. Mein Gesicht brennt immer noch wie Feuer. Und keine Rettung in Sicht. Das Eiswasser an den Füßen statt im Gesicht, zwei saufende Latinos im Wohnzimmer und Frau und Kind, die auf ein Familienbild warten.

Das Telefon. Es ist ausnahmsweise Josè Maria Zarate.

"Was ich vorhin vergessen habe", meint er zu Beginn des Gesprächs, "was glaubst Du von woher ich Dich anrufe?"

"Von zuhause?"

"Ramirez, von zuhause...ts,ts,ts ich bin in ...na?"

Ich rate nicht.

"Also, ich bin in Salzburg", er wirkt etwas resigniert, weil ich nicht mitmache beim Ratespiel.
"und", Josè lässt nicht locker "was glaubst Du was mir hier passiert ist?"

Ich rate wieder nicht.

"also ich habe hier tata tata", er geht bei tatatataaaa mit der Stimme nach oben ".....meinen ersten, na?..."

"...Auftritt als jodelnder Latino gehabt?", frage ich genervt.

"Nein, Ramirez es ist besser, ich habe hier meinen ersten D Ö N E R gegessen!"

" Und deswegen fährst Du nach Salzburg?", frage ich erstaunt.

"Ähh, Ramirez, entschuldige ich muss aufhören, es kommt grad ein Anruf rein."

Er legt auf. Ich auch.

Antonio umarmt gerade Ruben und erklärt ihm ewige Freundschaft. Er macht eine ausufernde Geste und ruft: "Ruben, nenn mich den Zigeunerbaron!" Ruben ruft: "Ramirez, was hast Du nette Freunde", will mir auf den Rücken schlagen, sieht mich aber scheinbar doppelt und trifft deswegen die zweite Ausführung von mir, die gar nicht da ist. Er stürzt. Gleich anschließend hält er sich das Gesicht.

"Ramiiiiireeez, ich brauche Eis!!" schreit er. Ich will ihm meine Füße hinhalten aber Loretta hält mich zurück.

Antonio steht schon Gewehr bei Fuß und stützt den armen Ruben.

Während er ihm den Flachmann hinhält, flüstere ich meiner Esposa zu: "Loretta, wir müssen schnellstens das Foto fertig kriegen, sonst sitzen die Morgen immer noch hier! Hol mir meine Ukulele und zieh Dir was Schönes an".

Gesagt, getan. Zehn Minuten später stehen wir auf der Straße.

Ein weiß geschminktes Gesicht (Ramirez), eine Frau (Loretta), mit plärrendem Kleinkind (Julito) auf dem Arm, beobachten staunend folgende Szene:

Ein Mann (Antonio) stützt einen stark betrunkenen Fotografen (Ruben) und hält mit der anderen eisern einen Flachmann fest, während der Fotograf (immer noch Ruben) sich auf eine Riesen-uralt-Kamera stützend, mehrere Kommandos ruft, die, statt des geschminkten Gesichts (immer noch Ramirez) und der Frau (immer noch Loretta) mit Kind (claro, Julito), ständig der erste Mann (Antonio) ausführen will und kläglich dabei scheitert....

Wenige Stunden später geht wieder einmal ein ganz normaler Tag der Familie Gonzales zu Ende.

"Buenas noches, Ruben!", "Buenas noches, Augusto","Buenas noches, Julito", "Buenas noches, Ramirez!", " Buenas noches, Loretta", hört man es noch durch das Haus klingen.
Ein Handy summt. Auf dem Display steht "Josè Maria ruft an"....

Das Ergebnis des Fotoshootings, liebe Leserinnen und Leser, soll Euch natürlich nicht vorenthalten werden:


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